Altsvelltsümpfe

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Am Oberlauf des Svellt wird ein 10.000 Rechtmeilen großer Landstrich von ausgedehnten Sümpfen und Mooren geprägt. Die Svelltsümpfe sind jedoch mitnichten ein eintöniges Gebiet. Neben unproblematischen Feuchtwiesen und -wäldern und verhältnismäßig trockenen Anhöhen gibt es verlandete Altarme, mehr oder weniger gut zu erkennende Tümpel, offene Seen, trügerischen Morast und natürlich die stark verzweigten Läufe des Svellts. Die Unberechenbarkeit der Landschaft führt dazu, dass kaum ein Pfad durch den Sumpf verläuft. Es gibt nur wenige Jäger und Fallensteller, die sich tiefer hinein wagen – und nicht jeder kehrt zurück. Allein die Svellt-Straße quert auf einem halb zerfallenen Knüppeldamm die Sümpfe. Sie ist zwischen Gut Handerthal und Svellmja jedoch praktisch nur für Fußgänger benutzbar.

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Allerlei lichtscheues Gesindel und merkwürdiges Volk nutzt die Gegend als Versteck und Lebensort: Räuber und Banditen, ausgestoßene Orks, rachsüchtige Hexen und finstere Druiden, ja sogar Echsenmenschen soll es hier geben.

Jeder, der in oder bei den Sümpfen lebt, kann eine Vielfalt von Geschichten und Mythen über sie zum Besten geben. Etwa die Mär vom alten Klopfer Breitschwanz, dem König der Biber, dessen Damm aus purem Gold quer durch den Hauptarm des Svellts verlaufen und so erst für die Entstehung der Sümpfe sorgen soll. Wer ihn aufstöbert, erhalte als Belohnung für sein Schweigen einen ganzen goldenen Baumstamm. Auch finstere Schwarzfeen, die wahrscheinlich häufig mit Grubenwürmern verwechselt werden, sollen in den tiefen Sumpflöchern hausen. Und nicht zuletzt erzählt man sich seit kurzem die Geschichte vom Schwarzen Morgendorn, einem uralten Strauch mitten in den Sümpfen. Er ist angeblich der Ursprung aller Morgendornsträucher des Sumpfes und der Überrest einer geraubten Feenburg.

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“Lange Zeit, bevor selbst dein Großvater ein Knabe war, herrschte über das Feenvolk der Feenkönig Amraldin. Er war den Nymphen, Bolden und Blütenjungfern ein guter und lustiger König, der auf seiner Blütenburg aus goldenem Morgendorn die schönsten Feste des ganzen Feenlandes gab. Dort tanzten und sangen die holden Feen auf dem von Glühwürmchen erleuchteten Hof, gar verbitterte Kobolde und andere Griesgrame wurden wieder fröhlich, wenn sie zum rauschenden Fest auf die Blütenburg kamen. König Amraldin selbst war für jeden Spaß zu haben: Er tanzte, sang fröhliche Lieder und zauberte bunte Regenbogen und Lichter, wenn man ihn freundlich darum bat. Darum sagten die Bewohner des Feenlands, König Amraldin sei reich, denn er war reich in seinem Herzen, Gold aber besaß er keines.
Nun lag sein Blütenschloss im Saumland, nicht weit von den Ländern der Menschen, die damals wie heute hart auf dem Felde arbeiteten und nicht vollkommen waren in ihrem Wesen. Sie neideten den Feen ihre Fröhlichkeit, und als sie hörten, dass ihr König gar nicht reich sei, da packte sie die Gier. Nächtens schlichen die Menschen ins Feenland zu Amraldins Blütenburg am Rande eines Sees. Als sie die goldschimmernden Blüten erblickten, glaubten sie, dies sei der Reichtum des Feenkönigs, so dass sie, von ihrer Gier zerfressen, bis zur letzten Blüte alle pflückten und mit sich nahmen.
Als Amraldin am nächsten Morgen erwachte und sich seiner Blütenburg beraubt sah, war er zornig, als er erkannte, dass die Menschen ihm seine Pracht gestohlen hatten. Er verfluchte allen Morgendorn in Feenland und den Ländern der Sterblichen, damit ein jeder dafür büßen sollte, dem es nach seinen goldenen Blüten verlangt. Die gierigen Menschen verwandelten sich alle in schreckliche Rotaugen, die nur noch kläglich in den Sümpfen hausten. Und wenn sie nicht zu Boron gegangen sind, dann leben sie noch heute dort.”

- Feenmärchen, angeblich in abgewandelter Form schon von den Al’Hani vor über 1200 Jahren erzählt

Altsvelltsümpfe

Die Svellttal-Kampagne Gaeshwyn