Die Sage von Levthan und Satuaria

Levthan.jpg
„Meriban aber, die man aus der Firunlegende kennt, hatte einen Bruder, der in dergleichen Stunde wie sie geborgen war und der auf den Namen Khabla hörte. Als Rahja Khabla erblickte, da glaubte sie, sie blickte in einen Spiegel, so schön war er anzuschauen. Und Rahja erlaubte dem jungen Mann ihr Lager zu teilen. Da die Liebliche aber die Lasten der Kindstracht nicht auf sich nehmen mochte, hieß sie Khabla, ihren Sohn auszutragen, und gab diesem, als er geboren wurde, den Namen Levthan.
Levthan war seiner Mutter und seinem Vater an Schönheit gleich. Alle Frauen der Menschen und manch eine Unsterbliche sehnten sich nach ihm. Nur Satuaria, die aus dem Ei Geborene, war ihm nicht zu Willen, und spottete seiner. Da überwältigte Levthan sie heimlich in einer mondlosen Ingerimmsnacht und band sie mit einer Zauberfessel, die er sich von der Göttin Hesinde erbeten hatte, und bezwang sie auf diese Weise.
Satuaria aber rächte sich an dem Frevler, indem sie ihn in einen großen Widder verwandelte für alle Zeiten. So steht Levthan Tag um Tag auf einer trockenen Wiese, dürres Stroh und scharfe Gräser wiederkäuend. Einzig in den Ingerimmsnächsten vermag Levthan die Fessel seines Fluches zu lockern. Dann nimmt er die Gestalt des gehörnten, brünstigen Mannwidders an und macht Jagd auf schöne Maiden, vor allem aber auf die Hexen der nördlichen Wälder.
Von Satuaria, der Göttin der Hexen selbst, wir gesagt, dass sie später oft bereute, was sie Levthan angetan, denn Liebe und Hass durchdringen sie, wenn sie an ihren Bezwinger denkt. Wenn aber die Liebe obsiegt und die Göttin in Levthans Arme treibt, dann begegnet sie dem göttliche Tiermenschen und muss ihn in dieser Gestalt ertragen. Die Verwandlung zurückzunehmen, um sich selbst zu schonen, will auch der Göttlichen nicht gelingen.
Und als wirke eine mystische Kraft, vermögen sich die Hexen Levthans Zauber kaum zu entziehen., sondern suchen seine Nähe. In den Ingerimmsnächten drehen sich auf manchem versteckten Tanzplatz die Hexen in wildem Reigen, ekstatisch, orgiastisch und in tiefer Trance vergangen. Mit ihnen drehen sich Levschije, Biestinger und andere Waldwesen, huldigen ihrem unheiligen Herrn…“

Die Sage von Levthan und Satuaria

Die Svellttal-Kampagne Gaeshwyn